Braucht eine Stadt zwei Freibäder? – Ja!

Ich werde mich als Bürgermeister stark dafür machen, hier neue Wege zu gehen und beide Bäder nachhaltig zu sichern!

Mir drängt sich oft der Eindruck auf, dass der Bund eine sehr simple Vorstellung für die Freizeitgestaltung im ländlichen Raum besitzt Man scheint die Meinung zu haben, auf dem Land gäbe es genügend Natur für die Kinder, die gefälligst zum Spielen ausreichen muss. Mehr bräuchten sie doch gar nicht.. Doch ganz so einfach kann man es sich nicht machen.

Gerade in Flächengemeinden ist eine Freizeitgestaltung in der Heimat-Gemeinde, zu der generationenübergreifend viele Verbindungen gewachsen sind, ein wichtiger Standortfaktor. Dieser kann junge Menschen dazu zu bringen, zu bleiben, oder wenigstens nach ihrer Ausbildung oder einem Studium zur Familiengründung zurück zu kehren. Solche infrastrukturellen Standortfaktoren, die verbinden und als Freizeitmagneten gerade die junge Generation vereint, sind eben auch die Schwimmbäder. Warum wird also so viel über Schwimmbäder diskutiert?

Bevor ich mich nun weiter mit diesem Thema beschäftige, möchte ich an dieser Stelle einem ganz großen Danke und ein großes Lob gegenüber den Initiatoren des Fördervereins Steinauer Schwimmbäder – Steinau schwimmt – äußern. In Windeseile wurde die Grundlage geschaffen, nachhaltig beide Bäder zu erhalten. Auch der geteilte Vorstand, welcher mit Philip Merz und Liane Heid besetzt ist, ist ein Zeichen in die richtige Richtung. Gemeinsamkeiten müssen gefördert werden..

Schwimmbäder sind in jedem öffentlichen Haushalt ein großer Ausgabenposten. Neben dem finanziellen Aufwand der Erhaltung, Renovierung und Sanierung stehen große Energie und Wasserkosten im Raum. Dort wo früher die Steinebach der Wasserlieferant war, muss heute Trinkwasser für über 80.000 € vom Eigenbetrieb Wasser intern teuer „abgekauft“ werden. Zusätzlich entstehen durch die Beheizung Kosten, da hier nicht für eine Heizanlage oder Gas bezahlt wird, sondern für die Heizleistung, durch einen damals charmant klingenden Vertrag, welcher heute immer wieder Probleme aufwirft.

Gerade um die zuerst genannten Kosten dreht sich die ganze öffentliche Diskussion. Mit welcher Technik werden die Bäder zukunftstauglich gemacht? Hier stehen neben einer Folienauskleidung auch eine Auskleidung aus Edelstahl, wie in der Innenstadt, für Ulmbach im Raum. Wenn wir einen Blick auf die Folgekosten werfen, welche in den letzten Jahren für die Sanierung der gefliesten Becken entstanden sind, wird klar, das dies kein geringer Faktor für eine solche Entscheidung ist.

Hier ist Edelstahl auf lange Sicht nun mal die bessere Entscheidung. Zwar erhöht er das Anfangsinvestment, aber senkt die laufenden Kosten. Auch durch den Einsatz von Solaranlagen konnten in Ulmbach bereits die Energiekosten drastisch gesenkt werden.. In Steinau wird dies wohl auch noch auf uns zukommen, wenn wir es nicht alternativ schaffen, den Anschluss an das Holzblockheizkraftwerk im Industriegebiet zu erreichen. Hier macht Schlüchtern es uns bereits vor, denn dort wird das Freibad schon durch die benachbarte Möbelfabrik Rudolf beheizt.

Freibäder sind ein großer Kostenfaktor, aber ebenso auch ein großer Gewinn für eine Gemeinde. Sie verlocken zu regelmäßigen sportlichen Aktivitäten. Hier treffen  Jung und Alt aufeinander und es findet ganz selbstverständlich und autormaisch ein generationennübergreifender Dialog statt . Gerade bei Kindern und Jugendlichen wird darüber hinaus die erforderliche Schwimmkopetenz gefördert, über die sie augenblicklich (wie die vielen Badeunfälle zeigen) oft gar nicht mehr verfügen. Aber genauso profitieren auch die Senioren gesundheitlich von regelmäßigem Schwimmen und bleiben fit. Wir sollten alles dafür tun, diese Einrichtungen zukunftstauglich zu machen und durch innovative neue Konzepte noch erweitert zu nutzen. Sicher gibt es auch Möglichkeiten zur Erweiterung der Öffnungszeiten, bei gleichen Personalkosten. Hierzu benötigt es noch eine abschließende rechtliche Prüfung, aber so viel sei gesagt, es gibt sie! Auch außerhalb der seit Generationen traditionellen nächtlichen Nutzung an warmen Sommerabenden.

Ich werde mich als Bürgermeister stark dafür machen, hier neue Wege zu gehen und beide Bäder nachhaltig zu sichern!