Eine solide Kinderbetreuung ist unerlässlich, aber wir brauchen das Rad nicht neu erfinden

Deshalb schlage ich pragmatisch vor, zunächst einen Waldkindergarten zu realisieren. In privater Trägerschaft, für die ich bereits Anwärter*innen im Blickfeld habe, lassen sich mit kleinem Geld fünf Tiny-Häuser errichten. Statt mehrere Millionen Euro wird uns das circa 250.000 Euro kosten.

Eine gesicherte, verlässliche Kinderbetreuung ist auch in Steinau das Rückgrat einer starken Stadtgesellschaft. Eine meiner ersten Taten als Bürgermeister wird sein, mich um eine schnelle Lösung für die Bereitstellung zusätzlicher Kinderbetreuungsplätze zu kümmern.

Die Eltern brauchen jetzt und sofort Planungssicherheit. Für eine Realisierung des ausgewählten Projekts stehen die Mittel derzeit nicht zur Verfügung. Meines Erachtens sollte man ohnehin kein weiteres gutes Geld in einem Bauvorhaben versenken, das von Anfang an fehlerhaft gemanagt wurde und das finanziell mehrere Nummern zu groß für Steinau ist.

Deshalb schlage ich pragmatisch vor, zunächst einen Waldkindergarten zu realisieren. In privater Trägerschaft, für die ich bereits Anwärter*innen im Blickfeld habe, lassen sich mit kleinem Geld fünf Tiny-Häuser errichten. Statt mehrere Millionen Euro wird uns das circa 250.000 Euro kosten. Wir schaffen damit eine schnelle und solide (Übergangs-) Betreuungsmöglichkeit für kleine Steinauer. Selbstverständlich orientiert sich die Ausstattung eines solchen Waldkindergartens an allen üblichen Standards, mit lichtdurchfluteten beheizten Räumen, einem Sanitärraum, einer Küchenzeile, Schränken, Regalen, einer Sitz- und Spielecke. Und kostenlos dazu wird es jede Menge Abenteuer in der Natur geben. Waldkindergärten mit Tiny-Häusern funktionieren in der Praxis bereits gut in anderen Kommunen im Main-Kinzig-Kreis. Was dort gut läuft, das funktioniert auch bei uns.

Die alte Bedarfserhebung - wie viele Kinder in welchem Alter benötigen einen Betreuungsplatz - muss überprüft und aktualisiert werden. Dies sollte ein fortlaufender Prozess sein und kein antragsgetriebenes Vorhaben.

Für die nachhaltige Lösung der Sicherung des Kinder-Betreuung setze ich auf einen Paradigmenwechsel und ein diversifiziertes Angebot:

  • Ein kostengünstiges, schnelles und flexibles modulares Vorgehen beim Um- bzw. Ausbau der bestehenden KiTa „Märchenwald“.
  • Den o.g. Waldkindergarten und / oder ein privat-öffentliches Betreuungsprojekt durch eine Kooperative von Tagesmüttern.
  • Die Unterstützung einer Eltern-Initiative zur Gründung eines Waldorf-Kindergartens. Diesbezügliche erste Kontakte aus meinem direkten Netzwerk habe ich bereits aufgenommen.
  • In anderen Städten errichten größere Arbeitgeber gerne eigene Kindertagesstätten. Das ist gut für’s Image und zudem mit steuerlichen Vorteilen verbunden. Diesbezüglich würde ich Gespräche mit den ortsansässigen Unternehmen führen.

Jenseits pragmatischer Überlegungen liegt der Vorteil einer solchen Lösung des Problems darin, dass Groß-Institutionen und Träger-Monopole vermieden werden und den Eltern sich eine Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Betreuungskonzeptionen eröffnet. Denn wenn wir die Kostenanteile für andere Betreuungsformen betrachten gibt es hier bei einer hoch qualitativen Betreuung kostengünstigere Alternativen.

Unabhängig, wofür wir uns mittel- und langfristig entscheiden werden:

Keine Angst vor Neuem, sondern die Chance nutzen!