Freizeit – Erlebnis – Park

Durch diese Reflektionen sehe ich Zwermanns Freizeit-Erlebnis-Park oberhalb der Stadt ein wenig mit anderen Augen, kann ihn wertschätzen und zwar nicht nur wegen seines der Stadt zufließenden Steueraufkommens.

Der Erlebnis-Park Steinau ist ein erfolgreiches Freizeit-Angebot für Familien: über 120.000 Besucher konnte Theo M. Zwermann im letzten Jahr zählen. Grund genug, um sich nicht mit intellektueller Arroganz über das Konzept des Parks zu erheben, das mit einfachen Mitteln auf die Bedürfnisse von Familien eingeht, wenn sie in ihrer Freizeit einen Tag einmal gemeinsam verbringen wollen. Es gibt einen kleinen Zoo, aber auch Tiere zum Anfassen, eine vielfältige heimische Botanik, aber auch ein Karussell, Wasserrutschen und andere Fahrgeschäfte, die sowohl Kindern jeden Alters als auch Eltern Spaß machen; man kann in der Gaststube essen gehen, sich aber auch selbst im Park etwas grillen oder ein Picknick in der Wiese mit einem weiten Blick in die Landschaft und auf das unterhalb liegende Steinau genießen. Man findet Spielkameraden und macht Bekanntschaften. Einmal so betrachtet, stören auch den Kunsthistoriker, der ja immerhin Bürgermeister für alle Steinauer werden will, die ästhetisch etwas gewöhnungsbedürftigen grotesken Phantasie-Figuren aus Plastik nicht mehr.

Parks: Mittelsorte zwischen Natur und Mensch

Parks sind besondere Teile einer Stadt, gelegentlich auch eines herrschaftlichen Landsitzes, der einen Teil der Natur einzäunt, ein Gehege schafft – daher der Name - und das Areal als Garten oder als künstliche Landschaft anlegt. Worum geht es in den unterschiedlichen Gestaltungsansätzen in der Geschichte und der Gegenwart?

Es geht um die spielerische Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur, der Schöpfung – egal ob man da die Urheberschaft Gottes oder des chaotischen Zufalls bemüht -, deren untrennbarer Teil der Mensch selbst ist und insofern geht es letztlich auch um Erkenntnis. Ich habe mich anfangs schwer getan mit dem Begriff „Erlebnis-Park“ bis ich einige Spaziergänge, allein und in Gesellschaft, in den wunderbaren englischen Gärten im Süden Englands gemacht habe und genau dieses Gefühl bewussten Erlebens der Natur durch berechnete Blickführungen, Inszenierungen unterschiedlicher Landschaften und Interpretationsangeboten durch geschickte Verweise auf Gottheiten der klassischen Mythologie hatte. Heute sind es andere Themen, die da eher eine Rolle spielen, wie Robinson, Schatzinseln, die Beherrschung der anderen Elemente, des Wassers (z.B. ein großes Schiff), der Luft (z.B. ein Kettenkarussell) oder auch des Feuers (z.B. Feuerschlucker oder eben auch das Grillfeuer). Ergänzt man diesen Verständnisansatz noch durch den Begriff Freizeit so erklärt sich das Ganze als großer Spielplatz nicht nur für Kinder, als Areal für spielerisches Erleben existenzieller Grundsituationen und unterscheidet sich trotz der Integration diverser Fahrgeschäfte vom klassischen Rummel.

Auch der Freizeit-Erlebnis-Park gehört zu uns!

Durch diese Reflektionen sehe ich Zwermanns Freizeit-Erlebnis-Park oberhalb der Stadt ein wenig mit anderen Augen, kann ihn wertschätzen und zwar nicht nur wegen seines der Stadt zufließenden Steueraufkommens. Bei meinem Besuch an einem kalten regnerischen Abend habe ich in Theo M. Zwermann einen Steinauer kennengelernt, dessen Engagement von offizieller Seite offenbar wenig Anerkennung gefunden hat und der seine Enttäuschung darüber nicht verhehlte. Unser Gespräch war offen und herzlich, umso weniger verstehe ich, dass man ihn und sein Unternehmen in den letzten Jahren im Rathaus adäquat nicht wahrgenommen hat – lag das nur an der geographischen Distanz?

Zu sehen ist Michael Groblewski, der von einer Warte aus die schöne Natur Steinaus studiert.

Der Erlebnispark in Steinau hat mich wieder neue Perspektiven gelehrt.