Sport-Kultur

Sport ist für mich Kultur. Mein Verständnis des Sports bezieht sich weder auf den nationalsozialistischen Krampf der Leibesertüchtigung unter dem bewusst missverstandenen Motto des satirischen Juvenal-Zitats „…mens sana in corpore sano“, noch auf den ebenso satirischen Ausruf „Sport ist Mord“, mit dem wir als Gymnasiasten mit einem Grinsen das Schwänzen des manchmal ungeliebten Turn-Unterrichts an den bekannten Foltergeräten legitimierten.

Der Stadt und ihren Stadtteilgemeinden fehlt eine diversifizierte, auch moderne Sportarten berücksichtigende Angebotsvielfalt. Die für die Jugendlichen nach wie vor attraktiven Ballsportarten Fußball und Handball müssen selbstverständlich weiter gefördert werden, auch um höhere Spiel-Klassen zu erreichen. Das geht keineswegs zu Lasten des Breitensports, sondern erhöht vielmehr das Image der Stadt und mausert sich zum Wirtschaftsfaktor. Aber es geht mehr und auch ohne nennenswerten finanziellen Aufwand:

  • Wir starten eine Initiative zur Reaktivierung des Tennisvereins in Steinau. Tennis ist ein wunderbarer Sport für die ganze Familie, trenn sie nicht in Akteure und Zuschauer und bietet zugleich auch ein social life.
  • Wir werben im Sinne der Förderung des Breitensports ohne leistungssportliche Dominanz für den Lauftreff.
  • Wir weisen Downhill-Strecken fürs Mountain-Biken aus. Ich habe eine Reihe von nicht mehr ganz jungen, aber jung gebliebenen Steinauern getroffen, die an diesem Sport nicht nur Spass und Interesse haben, sondern darüber hinaus auch den Wettbewerb suchen.
  • Wir integrieren in unsere Schwimmbäder Beach-Volleyball-Felder, die eine Turnier-Eignung besitzen.
  • Wir gründen einen Ruderverein am Stausee. Das entspringt nicht nur meiner besonderen Verbundenheit mit diesem Sport. Allerdings würde ich zu den ersten aktiven Vereinsmitgliedern gehören und mich gern mit der/m einen oder anderen Stadtverordneten*in ins gleiche Boot setzen. Die Attraktion eines solchen Sportangebots ist unmittelbar nachvollziehbar. Sie würde das etwas einseitige, von den speziellen Interessen eines Kurorts getragene Projekt „Ardeas Seenwelt“ für die Nutzung des Stausees ergänzen, ohne dieses zu beschädigen. Aus einem künstlich angelegten Wasser-Reservoir kann man kein Naturreservat, keinen Mini-Nationalpark machen. Um das touristische Angebot zu qualifizieren reicht es nicht, den Besuchern ein Kiosk-Klo und ein paar Ruderbötchen anzubieten. Hier werden die Konsequenzen deutlich, wenn man auswärtige Experten einschaltet, die teure Konzepte, die woanders realisiert wurden, uns erneut unter dem Schlagwort eines sanften Tourismus verkaufen wollen. Dabei verstehen sie aber nicht, dass wir keineswegs eine Region sind, die unter einem die Landschaft zerstörenden, überbordenden Tourismus leidet, sondern dass wir im Gegenteil mehr Tourismus benötigen. Ein veritabler Biergarten und eine den See nicht verschmutzende Nutzung durch den Menschen, würde weder das Landschaftsbild beeinträchtigen noch die Vögel vom See verscheuchen, noch den Fischbestand dezimieren etc. Last but not least, könnte Rudern auf dem Stausee auch für ein sportliches Leistungszentrum interessant sein, weil im ganzen Rhein-Main-Bereich sich keine anderen Möglichkeiten zur Ausrichtung von Regatten bieten.

Sport ist für mich Kultur. Mein Verständnis des Sports bezieht sich weder auf den nationalsozialistischen Krampf der Leibesertüchtigung unter dem bewusst missverstandenen Motto des satirischen Juvenal-Zitats „…mens sana in corpore sano“, noch auf den ebenso satirischen Ausruf „Sport ist Mord“, mit dem wir als Gymnasiasten mit einem Grinsen das Schwänzen des manchmal ungeliebten Turn-Unterrichts an den bekannten Foltergeräten legitimierten. Der Zusammenhang von Sport und dem üblicherweise unter Kultur verstandenen klassischen Bildungsbereich wurde mir das erste Mal bei meinem Wechsel des Studienorts von München nach Regensburg bewusst: die Reform-Universität hatte meine Fächer Kunstgeschichte und Klassische Archäologie in einer eigenen Abteilung „Kunst- und Sportwissenschaften“ zusammengefasst und in den Fachbereich „Philosophie, Psychologie, Pädagogik“ integriert. Sport ist längst jenseits aller Gesundheits-Ideologien für Körper und Seele zu einer Massenkultur geworden und ist damit auch Teil meiner Kultur-Kompetenz, mit der ich mich für das Amt des Bürgermeisters in Steinau bewerbe.

Kultur und Sport können sich in Steinau zu einem attraktiven Standortvorteil verbinden!