Heringsessen am Aschermittwoch in Hintersteinau

Als Bürgermeister würde ich mich hier als Mediator und Initiator engagieren. Wenn man Landflucht vorbeugen will, muss man vor Ort in der Infrastruktur aktiv gute Lebensbedingungen schaffen.

Nein es war kein politischer Aschermittwoch und ich wollte ihn auch nicht mit meiner Anwesenheit zu einem solchen machen. Vielmehr wollte ich zeigen, dass die Kommunikation über politische Entscheidungen nicht nur mit den Repräsentanten der Stadtteilgemeinden im Rathaus, sondern auch persönlich vor Ort und mit allen Interessierten geführt werden muss. Nachdem ich bereits beim Faschings-Umzug das Engagement der Jüngeren nicht übersehen konnte, schien mir das traditionelle Aschermittwochs-Herings-Essen in Hintersteinau eine gute Gelegenheit mich der Gemeinschaft des Ortes vorzustellen. Mit Anerkennung und Bewunderung nahm ich wahr, wie gut Alt und Jung miteinander leben und feiern können.

Eine fröhliche "cena sociale", bewirtet durch die Chopperklopper

Die Chopperklopper bewirteten mit ihrem wirklich gelungenen Heringssalat die Mitglieder und Freunde des Faschingsvereins Halodries und machten mit zuvorkommendem und aufmerksamem Service den Aschermittwoch-Abend zu einer „cena sociale“ wie man es in Italien kennt, zu einem ungezwungenen gemeinsamen Abendessen. Jung und Alt saßen fröhlich schwatzend, essend und trinkend an langen Tischen zusammen und man merkte sofort: hier saß zusammen, was zusammengehört. In Hintersteinau kommt man offenbar gut miteinander aus! Natürlich war es nicht der Abend für eine Diskussion politischer Zukunftsperspektiven, dennoch konnte ich vor allem aus einem langen, offenen Gespräch mit Andrè Möller, dem Vorsitzenden der Halodries, viele Einblicke in das Innenleben der Stadtteilgemeinde „Hinter“-Steinau gewinnen, und ganz konkret erfahren, wie die gelegentlich allzu schematische Anwendung administrativer Regelungen vor allem hinsichtlich der Bauvorschriften nicht nur Unverständnis hervorruft, sondern darüber hinaus auch zu unerwünschten Effekten im Umgang mit der urbanen Gestaltung und mit der den Ort umgebenden Natur führt.

Was konnte ich an diesem Abend für Anregungen gewinnen?

Ich nehme für mich mit, dass es dort  ein großes Bedürfnis gibt, dass mehr Bauplätze ausgewiesen werden, und die Immobilienpreise und Bauvorschriften mehr  an den Maßstäben von Hintersteinau orientiert werden. Ein Miteinander-Reden von Verwaltung und Bürgern vor Ort, das pragmatische Ergebnisse liefern könnte, würde die von manchen empfundene Ohnmacht mildern bzw. beseitigen. Als Bürgermeister würde ich mich hier als Mediator und Initiator engagieren. Wenn man Landflucht vorbeugen will, muss man vor Ort in der Infrastruktur aktiv gute Lebensbedingungen schaffen.

 

Zu sehen sind Fischbrötchen, die einem das Wasser im Munde zusammen laufen lassen.

Das legendäre Heringsessen in Hintersteinau war ein Erlebnis, vielen Dank, dass ich dabei sein durfte!