Jugendfeuerwehren – ohne sie wär´s brenzlig

So langsam wird der Corona-Ausnahmezustand wieder zurückgefahren. Jedoch sind wir von einer alltäglichen Normalität, so wie vor dem Shutdown, noch weit entfernt – vielleicht werden wir sie in dieser Form nie wieder besitzen.
Was macht das mit uns? Wie kommen – ganz konkret – zum Beispiel die Mitglieder der Jugendfeuerwehren durch die Krise?

So langsam wird der Corona-Ausnahmezustand wieder zurückgefahren. Jedoch sind wir von einer alltäglichen Normalität, so wie vor dem Shutdown, noch weit entfernt – vielleicht werden wir sie in dieser Form nie wieder besitzen.

Was macht das mit uns? Wie kommen – ganz konkret – zum Beispiel die Mitglieder der Jugendfeuerwehren durch die Krise?

Seit vielen Wochen ist der regelmäßige Kontakt untereinander stark reduziert. Es gibt keine gemeinsamen Gruppentreffen mehr, keinen Unterricht, keine Übungen, keine Grillabende, keine Feiern. Damit ist nicht nur der kameradschaftliche Zusammenhalt bedroht, sondern es ist auch ein wichtiger Faktor einer sinnerfüllten Freizeitgestaltung für junge Menschen von heute auf morgen abhandengekommen worden.

 

Der Wirkungsbereich der Jugendfeuerwehren erstreckt sich weit über die ureigenen Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr (Löschen, Retten, Bergen, Schützen) hinaus in den sozialen Bereich. Neben den üblichen Feuerwehrtechniken erfahren die Jugendlichen Gleichberechtigung und Akzeptanz, Selbstbestimmung und Integration in eine Gruppe, sie haben Erfolgserlebnisse und genießen Anerkennung. Die Jugendfeuerwehren bieten wichtige Freizeitgestaltungsmöglichkeiten, in ihnen werden Freundschaften geschlossen, gemeinsame Zeltlager und Ausflüge unternommen, Feste gefeiert.

Und was nicht zu unterschätzen ist: gerade für die älteren Jugendlichen können die bei der FFW gewonnen technischen Kenntnisse sogar berufsvorbereitend sein.

Die Jugendfeuerwehren sind der einzige Freizeitbereich, der kostenfrei für alle da ist, in dem soziale Herkunft und Status keine Rolle spielen. Selbst die notwendige Ausrüstung wie Helm, Schutzkleidung und Stiefel ist nicht nur für alle gleich, sondern wird allen auch kostenlos zur Verfügung gestellt, ebenso wie der Versicherungsschutz. In mehrfacher Beziehung leisten somit Jugendfeuerwehren einen wichtigen pädagogischen Beitrag zur Ausbildung eins demokratischen Bewusstseins, zur Beteiligung an der Gesellschaft durch soziales Engagement.

Wenn ich mitbekomme, dass die Youngster in Steinau ihre Ausbilder darum gebeten haben, den Unterricht wenigstens per Facetime fortführen zu dürfen, wenn ich lese, mit wieviel spielerischer Kreativität überall im Kreis versucht worden ist, die Einschränkungen der Pandemie-Zeit zu überbrücken, so spüre ich, wieviel Energie und Herzblut bei den Ausbildern und den Mitgliedern der Jugendfeuerwehren vorhanden ist. Die mediale Kontaktpflege, die überall aufblitzenden kreativen Gemeinschaftsaufgaben lassen viel Initiativkraft erahnen. Egal ob Feuerwehr-ABC, Knotenkunde-Aufgaben, Quizfragen, Buchstabenrätsel und andere Ideen – der individuelle Einfallsreichtum für den Nachwuchs  ist manchmal einfach genial.

Wenn es die Jugendfeuerwehren nicht gäbe, müsste man sie erfinden, denke ich und notiere gedanklich in meine To-Do-Liste, künftig auch auf sie verstärkt mein Augenmerk zu richten.