Kunst-Handwerk und Kultur

Es macht auf jeden Fall Spaß, in Steinau solche kleinen, aufstrebenden Betriebe, zu erleben. Sie alle haben kreative Ideen und runden mit ihren Geschäften das Stadtbild zu einem Ganzheitserlebnis ab.

Töpfern wie generell das Kunsthandwerk wird von Möchte-Gern-Intellektuellen gern mit einem müden Lächeln abgetan – zu Unrecht, denn es ist als Volkskunst eben kein Kitsch, sondern genuiner Teil der menschlichen Kultur, nicht die nachträgliche Banalisierung, sondern die Basis der sogenannten „Hochkultur“. In der Brüder-Grimm-Stadt Steinau an der Straße, in der man den kulturellen Wert von Märchen schätzt und pflegt, gibt es, Gott sei Dank, Steffi Herz, eine Keramik-Künstlerin, die ihre Werkstatt im Zentrum der historischen Altstadt in der alten Steinauer Apotheke eingerichtet hat.

Töpfern ist plastische Kreativität und regionales Kulturgut

Im wahrsten Sinne des Wortes demonstriert sie mit Herz (ihr Name ist Programm) wie aus einem unedlen, formlosen Material ein Gegenstand, wie aus ihrem Hand-Werk ein Kunstwerk, aus einem Gebrauchsgegenstand ein künstlerisch gestaltetes Gefäß wird. Steffi Hertz gibt Kurse in ihrer Werkstatt, in denen man die plastische Kreativität des Töpferns sinnlich erleben kann und indem sie ihre Keramiken auf verschiedensten, regionalen und überregionalen Töpfer- und Kunstkeramik-Märkten anbietet repräsentiert auch sie Steinau als Kultur-Stadt.

Beim alljährlichen, deutschlandweiten 15. Tag der offenen Töpferei am 14./15. März 2020 lädt sie zum Besichtigen ihrer Werkstatt ein und bietet in einer Art Steinauer Joint-Venture mit der Kaffeerösterei Kaffee Bär Kaffee und Kuchen von Petra Bär in ihrem mittelalterlichen Gewölbekeller an.

(Ich könnte jetzt direkt anknüpfen und vom Kaffee Petra Bärs und der charmanten Atmosphäre ihres Ladens zu schwärmen beginnen, möchte darüber aber ausführlicher ein anderes Mal berichten.)

Die kleinen Betriebe Steinaus verbinden Können mit viel Herz fürs Detail

Es macht auf jeden Fall Spaß, in Steinau solche kleinen, aufstrebenden Betriebe, zu erleben. Sie alle haben kreative Ideen und runden mit ihren Geschäften das Stadtbild zu einem Ganzheitserlebnis ab. Wer als Tourist nach Steinau kommt, und sei es nur auf der Durchfahrt, möchte neben den kulturellen Erlebnissen auch eine Erinnerung erwerben, oder eine Kaffee-Pause einlegen. Die Existenz und die Ansiedlung solcher urigen (urig im Sinne von nicht alltäglichen) Betriebe werde ich als Bürgermeister fördern. Die Belebung der historischen Altstadt von Steinau gelingt nur, wenn man außer einem verstärkten und verbesserten gastronomischen Angebot kulturelle Akzente setzt – den künstlerischen mit dem kulinarischen Bereich verbindet. Steinau sollte man mit allen Sinnen genießen können, sodass ein Tourist von einem nachhaltigen Erlebnis auch noch in der Erinnerung zehren kann und nicht das Resumee „Schade um Zeit und Geld“ übrig bleibt.

Zu sehen ist ein Werkstatt-Tisch, der mit allerhand Werzeug für das Töpfern bestückt ist. Michael Groblewski besuchte Steffi Herz um mit ihr über Steinau zu diskutieren.

Ich besuchte auch Steffi Herz um mit ihr über die Zukunft Steinaus zu diskutieren.