Steinauer Hutzelfeuer

Man kam oberhalb der Stadt zusammen, hatte Spaß miteinander, redete und lachte – und das alles „in Echt“. Das verbindet uns und erzeugt dieses Gefühl, das ich für so wichtig halte: Wir sind Steinau!

Wenn die dunkelste und kälteste Jahreszeit zu Ende geht – dann ist’s Zeit für die riesigen Hutzelfeuer, in denen der Winter symbolisch verbrannt wird.

Ich war dabei, als am Freitagabend am Entenbusch der von dem THW-Ortsverband Steinau kunstvoll aufgeschichtete Berg der Weihnachtsbäume zu einem beeindruckenden Feuer entzündet wurde.

Was ist eigentlich "hutzeln"?

Hutzeln nannte man früher gedörrte Birnen und Zwetschgen, eben das, was nach einem langen kargen Winter gerade noch von den Vorräten übriggeblieben war. Damals zogen die Jugendlichen (die Hutzelstiele) durch das Dorf, sammelten genau diese Hutzeln, und manchmal auch Hutzelkräppel und kleine Geldgeschenke, um sich dann abends mit allen zusammen am Feuer in den bevorstehenden Frühling und Sommer hinein zu träumen.

Die Hutzeln sind längst durch Grillwürstchen, Bier und Limo ersetzt worden, das Feuer selbst unterwirft sich der professionellen Kontrolle des THW’s, aber das gemeinsame Träumen in die sehnlichst erwartete warme Jahreszeit ist gleich geblieben. So wärmte uns auch an diesem regnerischen Freitagabend, den 6. März 2020, nicht nur das imposant lodernde (und qualmende) Feuer, sondern v.a. die unausgesprochene, tief empfundene Nähe und Gemeinsamkeit, das wohlig gefühlte Miteinander.

Das Hutzelfeuer als wichtiges Brauchtum für die Gemeinschaft Steinau!

Auch wenn sich vieles zwangsläufig geändert hat (wir sind längst im 21. Jahrhindert angekommen und haben nicht nur die Moderne, sondern sogar schon die Postmoderne hinter uns gelassen), bleiben diese Hutzelfeuer ein schönes und wertvolles Brauchtum. Unsere Jugend beharrte trotz gegenteiliger Absichten im Rathaus auf der Tradition, bereitete das Feuer wie immer gemeinsam vor und entzündete es. Man kam oberhalb der Stadt zusammen, hatte Spaß miteinander, redete und lachte – und das alles „in Echt“. Das verbindet uns und erzeugt dieses Gefühl, das ich für so wichtig halte: Wir sind Steinau!

Man sieht ein lodernes Hutzelfeuer, ein großes Feuer, um das sich die Bewohner herum stellen und mit einander reden.

Das Hutzelfeuer Steinaus war ein wunderschönes Erlebnis!