Turteltauben

Ich war beeindruckt vom pragmatischen Vorgehen, vom liebevollen Engagement, vom bescheidenen Auftreten der Steinauer NABU’s – von einem militanten Naturschutz, von bedingungslosem Verhinderungswillen jeglicher, mit zivilisatorischem Fortschritt begründeter Projekte war nichts zu spüren. Stattdessen entdeckte man selbst Landwirte an ihrer Seite.

Was haben die Turteltauben mit Steinau zu tun? Keine Angst, ich werde jetzt nicht über die von vielen Städtern als Plage empfundenen Tauben nachdenken, genauso wenig über Friedenstauben, Brieftauben oder die Taube des Hl. Geistes. Es ist die Turteltaube, die vom Naturschutzbund Deutschland zum Vogel des Jahres 2020 gewählt wurde, um auf die akute Bedrohung ihrer Art aufmerksam zu machen. Und so informierte ich mich am 5. März, beim Monatstreffen der NABU-Mitglieder Steinaus, im Rahmen eines Vortrags von Michael Röth hierzu.

Turteltauben, Mauersegler und Feuer-Salamander

Die Turteltauben verlieren zunehmend ihre Lebensräume wie artenvielfältige Wälder und Felder. Intensive Landwirtschaft, klimatisch bedingt austrocknende Wasserquellen, Jagd und Wilderei (vor allem in Afrika und im Mittelmeerraum) setzen ihrem Bestand enorm zu. Auch wenn das konkret Steinau weniger betrifft als andere Regionen, so gab das drohende Aussterben dieser Taubenart wieder einmal Anlass ,über die vielfältigen Indikatoren eines gestörten ökologischen Systems und der damit einhergehenden Beeinträchtigung auch des menschlichen Lebensraumes nachzudenken.

Im Anschluss berichteten nicht nur der Vereins-Vorsitzende Thomas Matthias, sondern auch einzelne Mitglieder über ihre Beobachtungen und Aktivitäten. Sie berichteten über wieder gesichtete Mauersegler, Rettungsaktionen von Feuer-Salamandern, Neukonstruktionen von Brutkästen etc.. Ich war beeindruckt vom pragmatischen Vorgehen, vom liebevollen Engagement, vom bescheidenen Auftreten der Steinauer NABU’s – von einem militanten Naturschutz, von bedingungslosem Verhinderungswillen jeglicher, mit zivilisatorischem Fortschritt begründeter Projekte war nichts zu spüren. Stattdessen entdeckte man selbst Landwirte an ihrer Seite.

Handeln muss wertgeschätzt werden

Meine Nachfrage, ob man durch geeignete Informationen einem Nachwuchsmangel bei Kindern und Jugendlichen begegnen könne, ob es eine projektbezogene Zusammenarbeit mit Lehrern und Schulen gäbe, berührte dann leider einen wunden Punkt. Denn bedauerlicherweise scheinen administrative Behinderungen, enge Lehrpläne, Versicherungsprobleme außerhalb des Schulgeländes und anderes jedwede Initiative im Keim zu ersticken.

Zwar wird sich der Bürgermeister von Steinau qua Amt hier kaum einmischen können. Aber was ich als Bürgermeister leisten kann ist, mit einer regelmäßig öffentlich klar geäußerten Wertschätzung ein deutliches Zeichen für die hingebungsvolle ehrenamtliche Arbeit der aktiven NABU-Mitglieder bzw. ihrer konkreten einzelnen Projekte zu setzen.

Michael Groblewski beim Erklimmen eines Berges - Steinau an Straße

Die Schönheit Steinaus ist auch der umgebenen Natur geschuldet: diese gilt es zu schützen!