Warum ich als Bürgermeister kandidiere…

…von Steinau an der Straße

In den letzten Jahren hat sich durch neu entstandene familiäre Beziehungen ein Interesse an den Geschicken von Steinau an der Straße entwickelt, das weit über das rein fachliche Interesse aus der Denkmalpflege an der Brüder-Grimm-Stadt hinausreicht. Gerade die letzten Jahre unter dem Vorzeichen der Haushalts-Sanierung haben so manches Bedauern und Unverständnis über verpasste Gelegenheiten, die Alleinstellungs-Merkmale der Stadt besser in das ihr gebührende Licht zu rücken, ausgelöst.

Haushaltsprobleme, Industrie- & Stadtverständnis

Es ist eine Binsenweisheit, dass man Haushaltsprobleme nachhaltig nicht durch Industrieansiedlung lösen kann, ohne deren Folgen für die einzigartige Stadtlandschaft diskutieren zu müssen. Vielmehr muss man zumindest gleichzeitig die sogenannten weichen Standortvorteile in den Fokus nehmen und weiterentwickeln. Niemand lässt sich trotz eines neuen Arbeitsplatzes bzw. Gründung eines Handwerk-Betriebes in der Stadt nieder, wenn er keinen adäquaten Wohnraum und keine Zukunft für seine Kinder durch ein vollständiges Bildungsangebot vorfindet. Das soziale Leben in der Stadt ist ebenfalls ausbaufähig und längst in den vergangenen Jahren angeregt, aber offensichtlich bei Seite gelegt worden. Dabei müssten viele sinnvolle Projekte nicht einmal den städtischen Haushalt belasten, sondern ließen sich in nennenswertem Umfang auf Antrag durch Landesmittel oder andere Drittmittel finanzieren.

Warum möchte ich gern die Interessen einer Kleinstadt vertreten?

Mehr als in jeder politischen Administration im Land, im Bund oder in Europa oder auch in den Metropolen und Großstädten kann man in den kleineren Städten eben nicht nur verwalten, sondern wirklich gestalten. Man erreicht den einzelnen Bürger, der im Sinne des Wortes für die Stadtgemeinschaft bürgt. Die hier existierenden Bedürfnisse werden in der Regel nicht durch überregionale oder nationale Parteiprogramme gelöst, sondern nur durch das Bewusstsein, im gleichen Boot zu sitzen, und durch die Erfahrung gemeinschaftlicher Stärke, wenn man gemeinsam am gleichen Strang und in die gleiche Richtung zieht.

Gemeinsam sind wir stark!

Für die Idee einer solchen Gemeinschaft, deren kleinste Einheit die traditionelle Familie darstellt, möchte ich mich in Steinau einsetzen, die Stadtteilgemeinden einbeziehen, sie besser an- und zusammen binden. Das bedeutet: flache Hierarchien und Effizienzsteigerung durch Digitalisierung in der Verwaltung, Transparenz der politischen Entscheidungen, Kooperation statt Konkurrenz mit den Nachbarstädten, spürbare Verbesserung der Infrastruktur im sogenannten ländlichen Raum, Sanierung und Ausbau des Angebots im Sport, eine gelebte kulturelle Identität wieder erfahrbar machen. Meine Frau, die sich vielfältig in der politischen Bildung engagiert hat (Stichwort: Europäische Akademie Otzenhausen), und meine Töchter wollen zusammen mit mir in diesem Sinne ihr gelebtes Wissen, ihre speziellen Fähigkeiten, ihre Vernetzungen und ihre demokratische Grundüberzeugung einbringen, um den Lebensraum Steinau wachsen und gedeihen zu lassen.

Wege & Ziele

Eine demokratische, eine bürgerliche Kultur, ist eine Kultur der Offenheit und der Einbindung. Die Vernetzung von Steinau mit anderen Städten Europas ist ausbaufähig und verspricht einen großen Ertrag für die Belebung der Stadt im Innern und für ihre Strahlkraft nach Außen. Ich möchte erreichen, dass man Steinau nicht nur in der Region, sondern auch in der Staatengemeinschaft Europas wahrnimmt.

Steinaus bürgerliches Selbstverständnis – Tradition und Zukunft

Wenn man alte Fotos von Steinau betrachtet, dann wird einem warm ums Herz. Man findet in ihnen die Stadt früherer Zeiten wieder, spürt den gemeinsamen Wurzeln nach.

Wir verdanken diese Bilder Privatinitiativen, wie dem Geschichtsverein Steinau e.V. (mit seinen Mauerspechten und seiner Weinbruderschaft), dem Facebook-Blog „Steinau wie es früher einmal war“, oder anderen liebevollen Fotosammlungen, wie der von Doris Michel auf Pinterest. Wir verdanken unsere Geschichte immer Menschen, die sich um die einzelnen Geschichten kümmern, sie sammeln, so wie es die Brüder Grimm mit ihren Märchen literarisch getan haben.

Ein Foto zeigt zum Beispiel das alte Herrenhaus der Staatsdomäne Hunsrück. Zuletzt nur noch Sitz einer Pferdepension, steht es jetzt leer und verfällt, weil die Domänenverwaltung in Kassel mit ihrer schmucklosen Angebotsanzeige unter der Kennnummer 402 keinen Pächter zu finden scheint. Ein anderes Foto zeigt den ehemaligen Viehhof, dessen Ruine nach einem Großbrand Anfang der 1990er Jahre als modernes Seniorenzentrum wiederaufgebaut wurde; im Herzen der Stadt bietet es nunmehr alten und pflegebedürftigen Menschen ein Zuhause. Über die zukünftige Nutzung des alten Marstall am Kumpen, dem ehemaligen Sitz des Marionettentheaters, muss erneut nachgedacht werden – darin neue Räumlichkeiten für die Verwaltung auszuweisen ist sicher nur die „zweitbeste“ Lösung.