Nur wer sich auf den Weg macht, wird neues Land entdecken.

Hugo von Hofmannsthal

Über mich

Ich möchte nicht nur das Amt des Bürgermeisters im schönen Steinau bekleiden, ich möchte mit Ihnen diskutieren, mich mit Ihnen beraten, Anregungen aufnehmen und umsetzen und dabei mein Wissen und meine Fähigkeiten in Politik, Geschichte und Handwerk einbringen.



Ich in einem Wort...

... was mich im Leben immer wieder aufs Neue antreibt? Ich denke, es ist zunächst meine unverbildete Offenheit dem Unbekannten, dem Neuen gegenüber, ohne dabei die notwendige kritische Distanz aufzugeben. Daraus ist mein Interesse erwachsen, mich mit Menschen und ihrer Geschichte auseinanderzusetzen. Gelernt habe ich dabei vor allem eines: Große Leistungen sind immer das Resultat einer guten Zusammenarbeit miteinander und des Respektes vor dem Wissen anderer.


Aus meiner Kindheit

Als Kind einer typischen Dortmunder Arbeiterfamilie, die irgendwann Ende des vorletzten Jahrhunderts ins Ruhrgebiet kam, war mir nicht gerade in die Wiege gelegt, Kunsthistoriker zu werden. Aber meine Eltern wollten, dass es ihren Kindern einmal besser geht, wussten um die Bedeutung schulischer Bildung; als ich Ihnen nach Abitur mit all meiner jugendlichen Begeisterung erklärte, dass Kunstgeschichte zu studieren keineswegs abgehoben und den Töchtern und Söhnen reicher Familien vorbehalten sei, akzeptierten sie mein Wunschstudium und unterstützten mich (soweit es eben möglich war). Fleißig, motiviert und mit ein wenig Glück konnte ich als Hilfswissenschaftler für Professoren, mit Ferienjobs „auf Hoesch“ am Schlackenbeet und später mit Hilfe von Stipendien mein Studium in so tollen Städten wie München, Wien und Rom finanzieren und im nicht minder schönen Regensburg als frischgebackener Kunsthistoriker mit Doktortitel abschließen.



Kunstgeschichte als angewandte Politik

Ich war begierig, so viele Bauwerke, Denkmäler und Kunstwerke wie möglich kennen zu lernen, und so begeisterten mich nicht nur die an Kunstwerken überreichen Großstädte, sondern auch kleinere Orte. Es fügte sich, dass es mich nach dem Studium in die Denkmalpflege nach Hessen verschlagen hat, und mich an einem Wochenende mein Interesse auch nach Steinau führte. Schon damals war ich fasziniert von der Altstadt, ihrer Atmosphäre, dem kulturellen Schatz, der nur darauf wartete, entdeckt und gehoben zu werden.


Architektur und bildende Künste bilden eine Einheit: als Kunstwerke kontrastieren und ergänzen sie die Natur, gestalten unseren Lebensraum und vermitteln Botschaften über uns Menschen. Wir empfinden sie unmittelbar, aber um sie genauer zu verstehen, muss man sie wie eine Fremdsprache lernen zu lesen. Kunstwerke sind Werke von Menschen, sind insofern Abbilder des Menschen und werden erst in der Auseinandersetzung lebendig; wie wir verändern sie sich und haben eine eigene Biographie. Eine Altstadt zu pflegen dient also nicht nur der Erzeugung einer Idylle, eines romantischen Gefühls für Touristen, sondern ist auch Erinnerungskultur und bewahrt traditionelle Werte im Neuen. Mit dieser Überzeugung führe ich Studierende in die Kunstgeschichte ein, sie für das diskursive Fach zu begeistern und gelegentlich gelingt es damit sogar Kommunalpolitiker zum Nachdenken zu bringen.


Für die vorzüglichste Frau wird diejenige gehalten, welche ihren Kindern den Vater, wenn er abgeht, zu ersetzen imstande wäre.

Johann Wolfgang von Goethe, 1821


Ich habe das Glück, eine solche Frau als starke und verlässliche Partnerin an meiner Seite zu wissen; Angelica Gernert ist promovierte Politikwissenschaftlerin und teilt viele meiner Interessen. Nach ihrem Studium arbeitete sie u.a. einige Zeit für das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Wiesbaden, an der TU Karlsruhe und für die Europäischen Akademie Otzenhausen. So oft wir aufgrund beruflicher Zwänge im Leben getrennt waren, so gerne haben wir an gemeinsamen Projekten gearbeitet, Ausstellungen gemacht, geforscht und publiziert.


Familie

Gemeinsam mit unseren beiden Töchtern sind wir eine diskussionsfreudige Familie. Die verschiedenen Talente erzeugen Synergieeffekte und die unterschiedlichen Lebenserfahrungen von inzwischen erwachsenen Kindern bereichern mich als Mensch und Vater. Das Interesse aneinander und die bedingungslose Zuneigung zueinander hat uns immer wieder geholfen, Schicksalsschläge gemeinsam zu überstehen.
Wer im Leben das Glück hat, eine Familie zu besitzen, dem kann das Leben mit seinen Höhen und Tiefen nicht wirklich etwas anhaben. Oder wie es Goethe sagen würde: „Wenn alle Bande sich auflösen, wird man zu dem häuslichen zurückgewiesen“ – und das ist auch gut so!